Die Entwicklung des Strassenraumes in 6 Bildern

Die Strassenräume sind ein Abbild des Zeitgeistes. Am Strassenraum erkennt man, wie sich die Mobilität und die Gesellschaft über die Zeit verändert haben. Das Stadtarchiv Zürich bietet eine grosse Sammlung an Fotos des Erkennungsdienstes der Stadtpolizei Zürich. Sie erlauben einen Blick in längst vergangene Zeiten. Anhand von 6 Fotos haben wir die Entwicklung des Strassenraumes beispielhaft nachgestellt.

Übersicht

Folgende Standorte an prägenden Hauptverkehrsachsen der Stadt Zürich haben wir uns angeschaut. Die einzelnen Vergleiche finden sich weiter unten.

Bucheggplatz

Der Bucheggplatz hat sich seit 1931 zu einer der wichtigsten Mobilitätsdrehscheiben der Stadt Zürich entwickelt. So wurde der Strassenraum immer breiter, heute erinnert nur noch die Genossenschaftsüberbauung und die Tramlinie an die damalige Situation. Doch auch diese Überbauung wird nicht mehr allzu lange stehen, neue Bauwerke sind bereits geplant.

Altes Bild vom BucheggplatzBucheggplatz mit Schnee im 2021

Wipkingerplatz

1937 sind die grossen Umwälzungen, die das Automobil mit sich brachte, noch nicht erahnbar. Das Tram war das dominierende motorisierte Verkehrsmittel. Die Hardbrücke, eigentlich als Provisorium in den 70er-Jahren erbaut, ändert den Charakter dieses Orts dann endgültig. Der Strassenquerschnitt wird verbreitert und die Auffahrt auf die Hardbrücke dominiert die Entwicklung des Stadtbildes.

Altes Foto vom Wipkingerplatz 1937Wipkingerplatz und Hardbrücke, Strasse

Limmatplatz

Am Limmatplatz lässt sich u.a. die Veränderung des öffentlichen Verkehrs beobachten. So wurde die Tramhaltestelle deutlich erweitert und überdacht. Die grosse Migros am Limmatplatz gab es bereits 1932; das ikonische Hochhaus kam aber erst später dazu.

Altes Foto vom LimmatplatzLimmatplatz, Tramgleis, Migros-Turm

Langstrasse/Schöneggstrasse

Am Querschnitt hat sich an dieser Stelle nicht viel verändert – die Gebäude und Baulinien sind grösstenteils die gleichen geblieben. Was erst auf den zweiten Blick ins Auge fällt: Auf der Schnöneggstrasse befand sich 1921 noch die Tramlinie 1. Bis heute ist diese Tramnummer in Zürich nicht mehr vergeben worden. Mehr zur Geschichte der Tramlinie 1 hier.

Altes Foto der Langstrasse, Tram 1Kreuzung Langstrasse-Schöneggstrasse

Bahnhof Wiedikon

Der Bahnhof Wiedikon ist als einziger Reiterbahnhof der Schweiz schon eine Besonderheit. Er wurde in dieser Form erst 1927 eröffnet. Zu dieser Zeit wurden auch die Gleise eine Ebene tiefer gelegt und der „Seebahneinschnitt“ entstand. Ab diesem Zeitpunkt begannen auch die Transformationen in dieser Gegend. So wurden verschiedene Riegelhäuser abgebrochen und vermehrt Blockrandbauten erstellt. Die hier gezeigte Situation stammt aus dem Jahr 1940. Heute wird unter anderem die Überdeckung des Seebahneinschnitts, der inzwischen kommunal geschützt ist, kontrovers diskutiert (siehe auch hier).

Bahnhof Wiedikon, altes FotoTramhaltestelle, Schimmerlstrasse, Wiedikon

Werdstrasse

1923 verlief die Bahntrasse noch oberirdisch. Heute gibt es diesen Bahnübergang nicht mehr, die Trasse verläuft heute unterirdisch. Die Streckführung wurde zudem leicht verlegt. Neben der Bahngeleise sind auch die Industriegebäude zur Linken in den 60er Jahren neuen Wohnüberbauungen gewichen.

Werdstrasse, Bahnübergang,
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp

Mit urbanista.ch zusammenarbeiten? Kontaktieren Sie uns hier.